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Schwedischer „Serienmörder“ war vermutlich jahrelang unschuldig im Gefängnis

Ein Schwede soll zwischen 1976 und 1988 mehr als 30 Menschen getötet haben. Für rund acht Morde wurde der Mann verurteilt und sitzt seit fast 20 Jahren in schwedischen Gefängnissen. Nun stellte sich heraus, dass wichtige Beweise im Fall manipuliert waren. Die Verurteilungen stützten sich zusätzlich auf die Geständnisse des Mannes. Diese erfolgten jedoch unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln.

Der Verurteilte war bereits 1969 und 1974 strafrechtlich aufgefallen, als er Jungen unsittlich angefasst haben soll und einen Mann niederschlug. Er kam in eine psychiatrische Abteilung eines Krankenhauses. Unter Psychopharmaka gestand er 1980 den ersten Mord an einen 11-jährigen Jungen. Heute sagt der Mann, dass er sich die Geständnisse alle ausgedacht habe. Er habe sich über die Fälle informiert und dann dem Personal gegenüber die Taten eingeräumt, um so als einsamer Mann eine gewisse Aufmerksamkeit zu erhalten.

Nun müssen die Fälle neu aufgerollt werden. Die ersten Reichstagsabgeordneten fordern bereits einen Untersuchungsausschuss zum Fall. Auch Angehörige der getöteten Opfer fordern eine neue Untersuchung des Falles. Das Oberlandesgericht in Norrland entschied nun einen ersten Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens und ordnete an, dass zumindest drei der Morde neu aufgerollt werden müssen.


Autor des Beitrags ist Rechtsanwalt für Strafrecht & Strafverteidiger Dr. Böttner, Anwaltskanzlei aus Hamburg und Neumünster. Weitere Gerichtsentscheidungen und allgemeine Informationen zum Strafrecht und der Strafverteidigung finden Sie auf der Kanzlei-Homepage.

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