Jetzt neu!

Der Sexurlaub und das Radio-Gewinnspiel

Antenne Bayern / Gewinnspiele / Radio Sender / Prostitution / Sex-Urlaub

Radiosender veranstalten gerne Gewinnspiele, oftmals sogar mit ausgefallenen Ideen oder Gewinnspielpreisen. Dabei gilt der Rundfunkstaatsvertrag einzuhalten. Sonst droht ein Bußgeld.

Bei einem aktuellen Gewinnspiel des Senders Antenne Bayern kam es jedoch zum folgenden Vorfall, der auch juristische Folgen haben könnte: Teilnehmer des Gewinnspiels können ihre bezahlten Rechnungen einreichen und täglich wird ein Gewinner live im Radio gezogen, dessen Rechnung dann der bayrische Sender übernimmt. Was bei einem Ausflug mit dem Kegelclub noch lustig sein kann, ändert sich jedoch dann, wenn der Radiomoderator plötzlich eine „Thailand-Reise mit Frauenkontakt“ aus der Lostrommel zieht.

Dem Radiomoderator verschlug es sodann die Sprache und er weigerte sich aus berechtigten Gründen, diese Rechnung nicht zu zahlen. Denn es schien ja offensichtlich eine Sex-Reise zu sein, wo sogar der Vorwurf des Menschenhandels im Raum steht. So oder so ist ein solches Tabuthema nichts für einen Radiosender und schon gar nichts für die Auszahlung bei einem Gewinnspiel.

Problematisch ist jetzt allerdings, dass der Sender prinzipiell bei Nichtzahlung gegen die Teilnahmebedingungen des selbst veranstalteten Gewinnspiels verstößt und dem Sender dann im schlimmsten Falle, sollte die zuständige Landesmedienanstalt einschreiten, sogar ein Busgeld in Höhe von bis zu 500.000 Euro droht.

Der Radiomoderator zeigte sich jedoch sichtlich kämpferisch und bekräftigte, die Summe nicht zahlen zu wollen und ein etwaiges Strafverfahren so gegen sich in Kauf zu nehmen.

Ob es jedoch überhaupt so weit kommt und wieso keiner der Mitarbeiter des Senders die eingereichten Rechnungen vorher kontrollierte, steht derzeit in den Sternen.

( welt, 22.10.2011 )

Haben sich einige verpokert?

Die sehr erfolgreichen Pokeranbieter und dazugehörige Plattformen in der Welt des Internets sind einigen Behörden schon lange ein Dorn im Auge. Es ist kein großes Geheimnis, dass bereits einige Behörden tätig waren und versuchen, diesen Markt unter Kontrolle zu bekommen. Ob es nun die Frage der Glückspiellizenzen ist, die Werbung für solches oder es um die Transaktionen der Banken geht, die hinter den Anbietern stehen, so oder so scheinen die Tage des vor einigen Jahren in Trend gekommene Online-Poker gezählt.

Nachdem das FBI in den USA einige der größten Online-Poker Anbieter vor nicht allzu langer Zeit außer Gefecht genommen haben, wurde vor kurzem auch dem Anbieter „Full Tilt Poker“, den viele sicherlich aus den bekannten TV-Sports kennen, die Lizenz von der Glückspielaufsichtsbehörde „Alderney Gambling Control Commission“ entzogen und die Konten bis jetzt eingefroren.

Das heißt im Klartext: Die Seite ist erst einmal lahmgelegt und die Nutzer warten auf ihr Geld. Vielleicht sogar vergeblich, wenn das Verfahren zu Ungunsten der Poker-Community läuft. Wie die sueddeutsche.de berichtet, habe der durchschnittliche User rund 500 US-Dollar in seinem Konto bei dem Anbieter, worauf er jetzt erst einmal verzichten muss.

Das Verfahren dürfte sich länger gestalten, denn einerseits geht es um die internationale Zuständigkeit, die Frage nach dem Standort der Server und der Lizenzen, aber anderseits soll der Anbieter Full Till Poker  4-5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz geniert haben.

Es geht also für alle Seiten letztlich um viel Geld, sowohl bei den Anbietern als auch bei den Mitgliedern der Online-Poker Community. Wer gewinnt das Tauziehen?

Es bleibt abzuwarten, ob es überhaupt noch legale und erfolgreiche Anbieter dieser Glückspiele geben wird oder nur noch unter staatlichen Monopolen möglich ist. Wir erinnern uns auch an die Problematik hierzulande bei den Online-Lotto Anbietern, die teilweise an der Börse notiert sind
( Quelle: welt.de 30.6.2011 / sueddeutsche )