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Geschrieben von Rechtsanwalt am 31.10.11 in: Entführung
Strafrecht / Entführung / Erpressung / Schuldfähig / Strafverteidigung
Der Prozess gegen den Reemtsma-Entführer Thomas Drach vor dem Landgericht Hamburg sorgt immer mehr für Wirbel und Aufsehen in den Medien. Bereits mehrmals ist der wegen versuchter räuberischer Erpressung Angeklagte mir seinen Äußerungen aufgefallen als er z.B. den Vollzugsbeamten mit einer späteren Vergeltung drohte.
Nun erklärte Drach der Richterin im Prozess, dass 90 Prozent der Menschheit ein Pudel sei und der Rest ein Schäferhund. Neben diesem bildhaften Vergleich sehe er sich nach Auffassung eines Gutachters jedoch im Recht und ist der Überzeugung, er hätte einen Anspruch auf das Lösegeld.
Der Gutachter kommt zum Ergebnis, dass Drach schuldfähig sei und bereits in seiner Jugend als eine Art Berufskrimineller gewisse illegale Aufträge erledigt habe. Die Aussagen des Angeklagten, er „verlange 15 Millionen Euro Schmerzensgeld für die 14 Jahre Gefängnis und 15 Millionen Euro Verdienstausfall“ von seinem Bruder untermauert die Einschätzung des Gutachters.
Es bleibt abzuwarten, inwiefern die Richter dem folgen werden.
( n-tv, 24.10.2011 )

Geschrieben von Rechtsanwalt am 10.10.11 in: Erpressung
Jugendstrafrecht / versuchte räuberische Erpressung / Jugendstrafe / versuchter Totschlag / Bewährung
Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat fünf Mitglieder einer achtköpfigen Jugendbande wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchter räuberischer Erpressung zu Jugendstrafen verurteilt.
Die Jugendlichen zwischen 17 und 19 sind nachts durch Nürnberg gezogen und schlugen wahllos auf Passanten ein. Sie starteten am Hauptbahnhof mit dem Angriff auf einen 19- und einen 20-jährigen. Später griffen sie einen 26-jährigen Mann an, der mit Freunden einen Junggesellenabschied feierte. Der Mann wurde besonders schwer im Gesicht und am Schädel verletzt. Der vorsitzende Richter bezeichnete die Taten auf insgesamt acht Passanten als „stundenlange Gewaltorgie“.
Die Staatsanwaltschaft war in ihrer Anklage sogar von versuchtem Totschlag ausgegangen und forderte daher Strafen zwischen knapp zwei und viereinhalb Jahren.
Das Gericht verurteile fünf der Jugendlichen zu Jugendstrafen zwischen eineinhalb und knapp vier Jahren, nahm aber keinen versuchten Totschlag an. In drei der Fälle setzte das Gericht die Strafen auf Bewährung aus.
( Quelle: Süddeutsche online vom 01.10.2011 )

Geschrieben von Rechtsanwalt am 14.09.11 in: Erpressung
Strafrecht / räuberische Erpressung / Anschlag / Anklage / Freiheitsstrafe
Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe hat einen 25-jährigen Mann wegen des Verdachts der versuchten räuberischen Erpressung angeklagt.
Laut Anklage habe er von der Drogeriemarktkette dm mehrere erhebliche Geldbeträge gefordert. Zunächst seien es zweieinhalb und später fünf Millionen gewesen. Er drohte damit, einen Anschlag mit Giftgas durchzuführen, sofern seine Forderungen nicht erfüllt würden. Bei den „Verhandlungen“ zwischen Drogeriemarkt und Erpresser sei es zu Komplikationen gekommen und im Sommer 2010 brach der Kontakt dann vollständig ab.
Der Angeklagte soll bis dahin noch kein Geld bekommen haben und weder für Kunden noch für Mitarbeiter eine Gefahr geschaffen haben.
Der Mann wurde während der Ermittlungen wegen eines drohenden Anschlags auf das Dortmunder Fußball-Stadion enttarnt, da die Nachrichten des Erpressers auffällige Übereinstimmungen zeigten. So konnte der Angeklagte dieses Jahr festgenommen werden.
Die Ermittlungen im Dortmunder Fall seien noch nicht abgeschlossen, sodass zunächst nur die Tat um die Drogeriekette angeklagt wurde. Im Falle einer Verurteilung droht dem Mann eine langjährige Freiheitsstrafe.
( Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten online vom 07.09.2011 )

Geschrieben von Rechtsanwalt am 11.09.11 in: Erpressung
Raub / Erpressung / Strafverteidiger / Freiheitsstrafe / Schutzgeld
Vor dem Amtsgericht Potsdam musste sich ein Mitglied der Hells Angels wegen des Vorwurfs des Raubes und der räuberischen Erpressung verantworten. Laut Anklage soll der junge Mann zusammen mit einem Komplizen in die Wohnung des Opfers eingedrungen sein. Dabei hatten die Männer 400 Euro Bargeld und ein Handy verlangt, anderenfalls würden sie ihn verletzen.
Der Strafverteidiger plädierte aus Mangel an Beweisen auf einen Freispruch.
Das Gericht schloss sich allerdings in großen Teilen der Anklage an, sodass der Mann zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt wurde.
Im Prozess gab es spezielle Sicherheitsvorkehrungen. Nicht nur der Gerichtssaal, sondern das gesamte Potsdamer Justizzentrum durfte nicht in „Rockerkutten“ betreten werden. Aus anderen Prozessen gegen Hells Angels Mitglieder war bekannt, dass regelmäßig viele Zuschauer in entsprechender Kleidung kamen.
Der 24-jährige Mann wurde bereits im letzten Jahr vor dem Landgericht Potsdam zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Damals soll er Schutzgeld erpresst haben. Beide Urteile sind noch nichts rechtskräftig.
( Quelle: Welt online, 31.08.2011 )

Geschrieben von Rechtsanwalt am 17.08.11 in: Erpressung
Untreue / Lustreise / Prostituierte / Wirtschaftsstrafrecht
Gegen zwei frühere Manager der Hamburg Mannheimer wurde vom Versicherungskonzern Ergo Strafanzeige wegen Untreue gemäß § 266 StGB erstattet. Dass die als solche bezeichnete „Lustreise“ stattfand, scheint bewiesen. Die Reise kostete das Unternehmen 300000 Euro, inklusive einer Party mit 20 Prostituierten.
Danach kam es zu einer Auseinandersetzung um die Abfindungen, wobei Beträge in Millionenhöhe gefordert wurden.
Dabei soll die Ergo-Versicherung erpresst worden sein. Es soll mit einer nachhaltigen Schädigung des Unternehmens gedroht worden sein. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf bestätigte einen Anfangsverdacht gegen einen Geschäftsmann und zwei Rechtsanwälte.
( Quelle: Hamburger Abendblatt online vom 13.08.2011 )

Geschrieben von Rechtsanwalt am 31.07.11 in: BtMG
Dealer / Freiheitsstrafe / Entziehungsanstalt
Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft haben die zwei Angeklagten einen Mann in seiner Wohnung überfallen, verletzt und ausgeraubt. Sie hatten die Absicht, einen bekannten Dealer zu erpressen. Allerdings waren sie an der falschen Wohnung und erbeuteten lediglich zehn Euro.
Für die 24- und 28-jährigen Angeklagten hat die Staatsanwaltschaft einen Freiheitsstrafe von fünf bzw. viereinhalb Jahren gefordert, zudem für den jüngeren drogenabhängigen Mann die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt.
Das Urteil wird voraussichtlich am 26.Juli verkündet.
( Quelle: Ahlener Zeitung online vom 21.07.2011 )

Geschrieben von Rechtsanwalt am 27.06.11 in: Entführung
Der Hamburger Piratenprozess wegen der am Ostenmontag 2020 entführten MS „Taipan“ vor Landgericht verzögert sich. Nachdem er November 2010 anfing, wurden inzwischen die letzten Termine auf Ende November 2011 festgelegt.
Die Verzögerungen hängen mit den gesundheitlichen Problemen der Angeklagten zusammen. Von den bisherigen 34 Verhandlungstagen mussten bereits fünf wegen Erkrankungen von Angeklagten ausfallen.
( Quelle: Hamburger Abendblatt – online vom 25.05.2011 )

Geschrieben von Rechtsanwalt am 25.06.11 in: Diebstahl
Der Rocker-Club „MC Mongols“ wurde vom Bremer Innensenator verboten. Anders als bei anderen Rockerclubs war dies keine Überraschungsaktion, sondern vom Bremer Innensenator bereits Tage vorher angekündigt.
Der Vereinszweck bestehe nach Ansicht der Behörden einzig und allein darin Straftaten zu begehen. Die Polizei durchsuchte das Vereinshaus und beschlagnahmte das Vereinsvermögen.
( Quelle: FAZ Nr. 119 vom 23.05.2011, S. 4 )

Geschrieben von Rechtsanwalt am 25.06.11 in: Erpressung
Das Landgericht Schwerin verhängte in einem Prozess gegen Mitglieder des Rockerclubs “Hells Angels“ Haft-, Bewährungs- und Geldstrafen. Der Clubpräsident wurde zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Ein Clubmitglied wurde zu sieben Monate Haft verurteilt, ein weiteres zu eineinhalb Jahre auf Bewährung.
Die drei Angeklagten sollen im Februar 2010 einen Mann unter Druck gesetzt haben, um so eine Geschäftsbeteiligung an einem Tätowier-Shop zu erzwingen. Zuvor hätten sie einen anderen Mann um 5000 Euro erpresst.
Der Rockerclub in Schwerin sei erst kurz vor den Festnahmen im Februar 2010 gegründet worden.
( Quelle: Hamburger Abendblatt – online vom 23.05.2011 )

Geschrieben von Rechtsanwalt am 20.05.11 in: Entführung
Im Piratenprozess vor dem Landgericht Hamburg, bei dem es um die Entführung der MS „Taipan“ durch somalische Piraten am Ostermontag 2010 geht, wurde eine Erklärung von einem der Angeklagten verlesen. Der ältere Halbbruder des Angeklagten sei in Somalia erschossen worden. Dies sei kurz nachdem ein holländischer Zeuge den Angeklagten öffentlich als Verräter bezeichnet hatte geschehen.
Bei dem holländischen Zeugen handelte es sich um einen Soldaten der der holländischen Fregatte „Tromp“, welche der MS „Taipan“ zur Hilfe geeilt war. Er hatte erklärt, dass ein besonders reuevoller Pirat Informationen an ihn weitergegeben habe. Die Informationen sollen so brisant gewesen sein, dass sie als geheim eingestuft wurden. Auf Nachfrage, wer der Informant gewesen sei, zeigte er auf den Angeklagten.
( Quelle: Hamburger Abendblatt – online vom 13.04.2011 )
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Über den Autor Autor des Blogs ist Rechtsanwalt Dr. Böttner, Fachanwalt für Strafrecht und Strafverteidiger aus Hamburg.

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